Nach einer arthroskopischen Kiefergelenkoperation kann die Mobilisation des Gelenks in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation beginnen. Eine Ausnahme bilden arthroskopische Eingriffe zur Behandlung der rezidivierenden kondylären Luxation, in deren Folge das Kiefergelenk nicht frühzeitig mobilisiert werden darf.

Bei den meisten arthroskopischen Mikrooperationen werden Adhäsionen (Verwachsungen) des Discus articularis mit seiner Umgebung gelöst und dadurch das Gelenk wieder mobil gemacht. Deshalb soll die Mobilisation möglichst rasch erfolgen, um zu verhindern, dass sich neue Verklebungen der Gelenkflächen ausbilden. Speziell ausgebildete Physiotherapeuten wenden hierzu manuelle Techniken an und behandeln gleichzeitig die Kaumuskulatur, die oft reflektorisch verspannt ist. Der Patient erlernt Bewegungsübungen, die er nach der Kiefergelenkoperation mehrmals täglich ausführen soll.

Professor Undt passt für seine Patienten spezielle Aufbisschienen , so genannte Distraktions- oder Dekompressionsschienen, im Unterkiefer an. Diese sollen nach der Operation konsequent getragen werden. Durch eine einseitige Erhöhung der Kauebene wird der Gelenkspalt des gleichseitigen Kiefergelenks erweitert und so das Gelenk entlastet. Die Heilungsvorgänge können in diesem Gelenk nun ungestört ablaufen. Für die ersten Tagen nach der Kiefergelenkoperation werden dem Patienten auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verordnet, die zusätzlich die Heilung beschleunigen und die Durchführung der Bewegungsübungen erleichtern.