Heute verfügen wir über ein breites Spektrum minimal invasiver chirurgischer Techniken, um die Beweglichkeit im Kiefergelenk wiederherzustellen und Kiefergelenkschmerzen effektiv zu behandeln. Der Zugang zum Kiefergelenk erfolgt dabei über eine oder zwei Kanülen, die im Gelenkraum platziert werden. Die Einstiche in der Haut verheilen praktisch ohne sichtbare Narben und die Gefahr der Schädigung des motorischen Gesichtsnerven, des Nervus facialis, ist viermal geringer als bei einer Kiefergelenkoperation über einen offenen Zugang.

 

Arthrocentese und Lavage

 

Bei der Arthrocentese und Lavage des Kiefergelenks wird zunächst eine Nadel in den hinteren Anteil des oberen Gelenkraums eingebracht und der Gelenkraum sukzessive unter erhöhtem Druck mit einer Spritze aufgedehnt. Dabei werden zarte Verwachsungen, so genannte Adhäsionen, die sich durch eine akute oder chronische Entzündung im Kiefergelenk ausgebildet haben, schonend gelöst, so dass der Discus articularis wieder mobil wird. Gleichzeitig wird die Gelenkkapsel von innen her aufgedehnt und so die Beweglichkeit des Gelenks wiederhergestellt. Eine zweite Nadel wird danach im vorderen Anteil des Gelenkraums positioniert und das Kiefergelenk über die beiden Zugänge gründlich mit Kochsalzlösung ausgewaschen. Dadurch werden aggressive Eiweißverbindungen wie Enzyme, Neurotransmitter und Gewebshormone aus dem Gelenkraum ausgewaschen. Dadurch kann die Entzündung im Gelenk abheilen und Schmerzen, die direkt in den entzündeten Strukturen des Gelenks entstehen, effektiv behandelt werden. Weitere Informationen zur technischen Durchführung der Arthrocentese finden Sie hier. Die Erfolgsquote der Arthrozentese und Lavage des Kiefergelenks wird in großen Übersichtsstudien mit ca. 76% angegeben.

Als noch effektiver in der Behandlung schmerzhafter Bewegungseinschränkungen des Kiefergelenks haben sich arthroskopische Operationsmethoden erwiesen. Hier liegt die Erfolgsquote in großen Studien bei über 90%.